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Mit der Veröffentlichung einer neuen, speziellen Geburtstags-LiveDVD feiert
Gentoo seinen 10. Geburtstag. Weitere Informationen zu der LiveDVD finden
Sie in der Ankündigung.
Die Entwicklung der Gentoo Distribution begann 1999 unter dem Code-Namen
„Enoch“. Mindestens eine Version dieses Gentoo Vorgängers, die Version
0.75, wurde auch öffentlich verteilt und ist auch heute noch verfügbar1.
Mit Version 1.0 des Gentoo Vorgängers fand eine Umbenennung statt – das
Kind hörte nun auf den Namen Gentoo.
Eine Aktualisierung des PC-Systems von Gentoo Gründer Daniel Robbins führte
im Verlauf zu einem Stillstand der Weiterentwicklung der Gentoo
Distribution, mit dem Wissen von heute: zum Glück. Nachdem Daniel seine
Workstation von einem Celeron 300 auf einen Dual-Celeron 366 MHz
aufgerüstet hatte, traten seltsamerweise nur im Idle-Zustand Lockups auf,
das System fror ein.
Gefrustet legte Daniel die Weiterentwicklung von Gentoo aufs Eis und
installierte FreeBSD. Dort begeisterte er sich sehr schnell für das Ports
System, die Idee alle Programmen aus den Quellen zu kompilieren war zu
seinem Gentoo Ansatz sehr ähnlich. In der Zeitspanne um die
Veröffentlichung des ersten Linux-Kernels der 2.4er Reihe, kehrte Daniel zu
Linux zurück. Die rasch fortgeschrittene Entwicklung des Linux-Kernels,
inbesondere um den TCP/IP-Stack, aber auch Dateisysteme wie ReiserFS
begeisterten ihn – dieses mal für Linux.
Der Ausflug zu FreeBSD hin zeigte Daniel, wie ein Autobuild-System, das er
damals erstmals Portage nannte, funktionieren sollte. Im März 2002 erschien
die Version 1.0 der Gentoo Distribution, damals ausschließlich für
x86-basierte PC-Systeme.
Nach Veröffentlichung der Version 1.0 der Gentoo Distribution und mit
zunehmend immer schneller werdenden Prozessoren zieht Gentoo immer mehr
Benutzer – aber auch Entwickler an. Unter anderem mit PowerPC werden Ende
2002 auch erstmals weitere Architekturen von Gentoo unterstützt.
Im Juni 2003 war Gentoo auf dem LinuxTag in Karlsuhe erstmals im
deutschsprachigen Raum vertreten, die Gründung des Förderverein Gentoo e.V.
im Herbst gleichen Jahres rund um die Practical Linux Veranstaltung in
Giessen sollte solche Beteiligungen bei Messen und Ausstellungen
langfristig auf feste Beine stellen.
Kurz vor der Practical Linux Ausstellung in Giessen wurde Gentoo 1.4
veröffentlicht.
Das Jahr 2004 markiert gleich mehrere Wendepunkte in der Gentoo Historie.
2004 markiert den Wechseln von einer Benennung der Installationsmedien nach
klassischer Versionierung, hin zu zu einer Bezeichnung, die mehr auf den
Schnapschuss-Charakter der Medien schließen lassen soll. Es erscheinen die
Gentoo Versionen 2004.0, 2004.1, 2004.2 und 2004.3 in Quartalsfolge. Die
einschneidenste Änderung trifft im April ein: Gentoo Gründer Daniel Robbins
verlässt das Projekt.
Bevor Daniel Robbins das Projekt 2004 verließ, gründete er die Gentoo
Foundation, Inc. und ernannte deren erstes „Board of Trustees“. Hauptziele
der Gentoo Foundation sind die Wahrung rechtlicher Interessen, als auch die
Sicherstellung der Finanzierung. Die Gentoo Foundation soll
Rahmenbedingungen für die Distribution schaffen und sichern – ohne selbst
aktiv in die Entwicklung der Distribution einzugreifen oder diese bewusst
zu steuern. Das „Board of Trustees“, am ehesten vergleichbar mit einem
Vorstand nach deutschen Vereinsrecht, wird seit 2005 alljährlich neu
gewählt. Wahlberechtigt sind zum einen Gentoo Entwickler, die bereits mehr
als ein Jahr an der Distribution mitarbeiten und zum anderen ehemalige
Gentoo Entwickler, die an vorangegangenen Wahlen teilgenommen haben.
Neben den ersten Wahlen zum „Board of Trustees“ der Gentoo Foundation gab
es im Jahr 2005 eine weitere einschneidende Entscheidung – die Wahl zum
ersten Gentoo Council.
Zuvor war das Gentoo Projekt nach einem Metastruktur-Modell organisiert.
Projekte innerhalb der Distribution waren zu Toplevel-Projekten
zusammengefasst, die wiederum durch Manager in 14-tägigen Manager-Meetings
vertreten waren. Als eines von mehreren Problem, die im Frühjahr 2005 zu
ersten Diskussionen während des FOSDEM2 in Brüssel führten, ist unter
anderem die Ungleichheit zwischen der Repräsentanz von Toplevel-Projekten
durch Manager und der realen Entwicklungsarbeit durch Paketbetreuer und
Architektur-Teams zu nennen. Der Status einiger Toplevel-Projekte
begründete sich in historischen Gegebenheiten, eine Vielzahl Entwickler war
durch kein Toplevel-Projekt vertreten und die Manager-Meetings durch
regelmäßige Abwesenheit von Managern de fakto nicht mehr
Entscheidungsfähig.
In Folge wurden verschiedene Varianten diskutiert, als deren Ergebnis ein
neues aus dem Kreis der Entwickler gewähltes Modell stand. Dieses sieht
eine jährlich neu zu wählende Vertretung aller Entwickler, das Gentoo
Council, als auch die Vereinfachung der Definition und Einführung von
Projekten vor.
Das Gentoo Council, bestehend aus 7 Entwicklern, soll mindestens ein
monatliches Meeting abhalten, in dem über globale, also mehrere Projekte
betreffende, Probleme beraten und entschieden wird. Ein Projekt kann von
einem oder mehreren Entwicklern bei Bedarf und Notwendigkeit erstellt
werden. So gibt es mittlerweile ein Web-Applications Projekt, das in der
Form erst mit der Neustrukturierung möglich wurde – zuvor hätte es in kein
Toplevel-Projekt gepasst.
Mit einem ähnlichen Ziel wie die Gentoo Foundation im Jahr 2004 wurde
bereits ein Jahr zuvor der deutsche Förderverein Gentoo e.V. gegründet.
Dieser sieht seine Hauptaufgaben in der Repräsentation der Distribution bei
Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum, Sicherung rechtlicher
Rahmenbedingungen und Förderung und Stärkung der deutschsprachigen
Benutzergemeinde.
Heute betreibt der Förderverein Gentoo e.V. unter anderem die
deutschsprachige Community-Seite www.gentoo.de und stellt die Infrastruktur
für die Koordination der deutschsprachigen Übersetzungen zur Verfügung
Mit Beteiligungen an Messen, Ausstellungen und Veranstaltungen wie
LinuxTag, Linux World Expo, Chemnitzer Linux-Tage, Come2Linux – Linux-Tage
in Essen und weiteren Veranstaltungen erfüllt der Förderverein Gentoo e.V.
darüber hinaus mittlerweile viele seiner zugedachten Aufgaben. In den
Auszug aus: Gentoo Linux:
Die Metadistribution, ISBN: 978-3-8266-5941-6, erschienen 2008 im
MITP-Verlag.
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