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1. Pre-Installation Belange
Inhalt:
1.a. Physische Sicherheit
Egal wie viele Sicherheitsmaßnahmen Sie integrieren, sie können leicht umgangen
werden, wenn der Hacker direkten Zugriff auf Ihre Maschine hat.
Nichtsdestotrotz können zumindest einige Maßnahmen ergriffen werden, um einen
gewissen Grad an Sicherheit auch gegen Angreifer mit direktem Zugang zu
erlangen. Den Computer in einen entsprechenden Schrank zu schließen, verhindert
ein einfaches Steckerabziehen und stehlen. Auch das verschließen des Gehäuses
ist eine gute Idee, damit niemand einfach mit der Festplatte davon laufen kann.
Um das Booten von einem anderen Medium zu untersagen, was einfach alle
Befugnisse und Login Beschränkungen aufheben würde, stellen Sie im BIOS die
Festplatte als erstes Boot Device ein und setzen Sie ein BIOS Passwort. Auch
ist es wichtig ein LILO oder GRUB Passwort festzulegen, um ein Booten in den
Single-User Modus und somit einen kompletten Zugriff auf das System zu
verhindern. Dieses wird detaillierter in Kapitel 3 unter Setzen eines GRUB Passworts
und Setzen eines LILO Passworts
.
1.b. Dämon/Dienst Planung
Beginnen Sie, indem Sie dokumentieren, welche Dienste auf der Maschine laufen
sollten. Das wird Ihnen helfen ein besseres Partitionsschema für das System zu
finden und Ihnen erlauben, Sicherheitsmaßnahmen besser zu planen. Natürlich
ist dieses nicht nötig wenn die Maschine nur einem einfachen Zweck dienen
soll, z.B. als Desktop oder dedizierte Firewall. In diesen Fällen sollten
gar keine Dienste, außer vielleicht sshd, laufen.
Diese Liste kann auch zur Unterstützung der Systemadministration verwendet
werden. Indem eine aktuelle Liste mit Versionsinformationen geführt wird,
werden Sie es viel einfacher haben alles up to date zu halten, falls eine aus
der Ferne nutzbare Sicherheitslücke in einem der Daemons entdeckt wird.
1.c. Partitions-Schemata
Regeln zur Partitionierung:
-
Jedes Verzeichnis auf das ein Benutzer Schreibrechte haben muss ( z.B.
/home, /tmp) sollte auf einer separaten Partition
liegen und Disk-Quotas benutzen. Dies reduziert das Risiko, dass ein
Benutzer das gesamte Dateisystem füllt. Portage benutzt /var/tmp
für die Kompilierung, folglich muss diese Partition groß sein.
-
Jedes Verzeichnis, in das nicht in der Distribution enthaltene Pakete
installiert werden sollen, sollten auf einer separaten Partition liegen. Nach
dem Filesystem Hierarchy
Standard ist dies /opt oder /usr/local. Wenn
diese separate Partitionen sind, bleiben Sie bei einer eventuellen
Neuinstallation des Systems bestehen.
-
Für zusätzliche Sicherheit können Sie statische Daten in eine eigene
Partition verschieben und diese Partition nur lesbar einhängen. Wenn Sie
wirklich übervorsichtig sind, dann könnten Sie statische Daten auch auf einem
nur lesbaren Medium speichern - zum Beispiel einer CD-ROM.
1.d. Der Benutzer root
Der Benutzer 'root' ist der mächtigste Benutzer im System und sollte für nichts
eingesetzt werden, es sei denn, es ist absolut notwendig. Wenn ein Angreifer
root-Zugang erreicht, dann können Sie Ihrem System nicht mehr länger trauen -
Sie haben dann keine andere Wahl, als neu zu installieren.
Goldene Regeln bezüglich 'root'
-
Erstellen Sie immer einen Benutzer für die tägliche Arbeit. Wenn dieser
Benutzer root-Zugang benötigt, dann fügen Sie diesen Benutzer zur Gruppe
'wheel' hinzu. Dies erlaubt einem normalen Benutzer per su zu 'root'
zu wechseln.
-
Lassen Sie X oder irgendeine andere Benutzeranwendung niemals als root
laufen. Root sollte nur benutzt werden wenn es absolut notwendig ist. Sollte
eine Sicherheitslücke in einem Programm existieren das als normaler Benutzer
läuft, so kann ein Angreifer damit lediglich die Rechte des Benutzers
erhalten; läuft die Anwendung hingegen als root, so erlangt der Angreifer
auch root-Zugang.
-
Benutzen Sie immer absolute Pfadangaben, wenn Sie als root angemeldet sind
(oder verwenden Sie immer su -, was die Umgebungsvariablen des
Benutzers durch die von root ersetzt, wenn Sie sich sicher sind, dass der
PATH von root nur geschützte Verzeichnise wie /bin und
/sbin enthält). Es ist möglich root auszutricksen und ihn dazu
zu bringen eine andere Anwendung statt der, die eigentlich ausgeführt werden
soll, auszuführen. Wenn der PATH von root sicher ist oder der root
Benutzer nur absolute Pfade verwendet, können wir sicher sein, dass dies
nicht geschehen wird.
-
Wenn ein Benutzer nur ein paar Befehle, anstatt von allen, die root
normalerweiser benutzen kann, als root ausführen muss, dann überlegen Sie,
vielleicht auf sudo zurückzugreifen, aber seien Sie auch hierbei
vorsichtig wem Sie Zugang gewähren.
-
Verlassen Sie nie das Terminal, wenn Sie als root angemeldet sind.
Gentoo hat einen Standardschutz gegen normale Benutzer, die versuchen durch
su root zu werden. Die Standardeinstellung von PAM verlangt, dass ein
Benutzer in der Gruppe "wheel" sein muss, um su benutzen zu dürfen.
1.e. Sicherheitsrichtlinien
Es gibt verschiedene Gründe Sicherheitsrichtlinien für Ihr System/Ihre Systeme
und Ihr Netzwerk zu entwerfen.
-
Gute Sicherheitsrichtlinien erlauben es Ihnen, Sicherheit mehr als ein
"System" zu behandeln statt als einfaches Durcheinander verschiedener
Merkmale. Ohne Richtlinie zum Beispiel, könnte ein Administrator entscheiden,
telnet abzuschalten, da es unverschlüsselte Passwörter überträgt, während er
andererseits FTP-Zugang gewährt, obwohl es die selbe Schwäche besitzt. Eine
gute Sicherheitsrichtlinie erlaubt es, lohnenswerte Maßnahmen von nicht
lohnenswerten zu unterscheiden.
-
Um Probleme zu diagnostizieren, Prüfungen durchzuführen und Eindringlinge zu
finden, kann es nötig sein Netzwerkverkehr abzufangen, Einblick in Login- und
Befehls-Logs und Home-Verzeichnise von Benutzern zu nehmen. Ohne dieses
schriftlich darzulegen und Benutzer davon in Kenntnis zu setzen, können
solche Dinge illegal sein und Sie in rechtliche Schwierigkeiten
bringen.
-
Entführte Benutzerzugänge sind eine der häufigsten Bedrohungen der
Systemsicherheit. Die Hoffnung auf sicher Benutzerzugänge ist vergebens, wenn
den Benutzern nicht erklärt wird, warum Sicherheit wichtig ist und wie sie
sich entsprechend verhalten können (z.B. keine Passwörter auf Haftnotizen auf
dem Schreibtisch aufbewahren).
-
Ein gut dokumentiertes Netzwerk- und Systemlayout hilft sowohl Ihnen als auch
ggf. den Untersuchenden der Strafverfolgungsbehörden beim nachspüren eines
Eindringens und dem Aufspüren von Schwachstellen. Ein entsprechendes "issue"
Banner, welches besagt, dass es sich bei Ihrem System um ein privates
Netzwerk handelt und das jeglicher unautorisierter Zugriff untersagt ist,
wird auch die Sicherstellung einer eventuellen strafrechtlichen Verfolgung
des Eindringlings verbessern.
Der Bedarf an einer guten Sicherheitsrichtlinie ist jetzt hoffentlich mehr als
klar.
Eine Richtlinie ist ein Dokument (oder mehrere Dokumente), das die Merkmale des
Systems und des Netzwerk (z.B. welche Dienste werden angeboten),
akzeptable/verbotene Benutzung, richtige Verhaltensweisen in Bezug auf
Sicherheit, etc. darstellt. Alle Benutzer sollten auf diese Richtlinie
aufmerksam gemacht und über Änderungen daran informiert werden. Weiterhin ist
es wichtig, dass Sie sich die Zeit nehmen den Benutzern beim Verständnis der
Richtlinie zu helfen, Ihnen zu erklären warum diese unterschrieben werden sollte
und was geschieht, wenn Sie sich entgegen der Richtlinie verhalten (auch dieses
sollte in der Sicherheitsrichtlinie enthalten sein). Dieses sollte auch
mindestens einmal im Jahr wiederholt werden. Zum einen, da es Änderungen geben
kann, aber auch um die Benutzer an die Richtlinie zu erinnern.
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Erstellen Sie Richtlinien, die einfach zu lesen und in jedem Zusammenhang sehr
präzise sind.
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Eine Sicherheitsrichtlinie sollte mindestens die folgenden Punkte beinhalten:
- Akzeptable Anwendung
- Bildschirmschoner
- Behandlung von Kennworten
- Herunterladen von Programmen
- Wissen darüber, ob Benutzer überwacht werden
- Benutzung von Antiviren-Software
- Behandlung von sensiblen Daten (jegliche schriftliche Form, Papier oder
Digital)
- Sauberer Schreibtisch und verschlossene, vertrauliche Informationen
- PC herunterfahren vorm Verlassen
- Benutzung von Verschlüsselung
- Behandlung von Schlüsseln für vertraute Mitarbeiter
- Behandlung von vertraulichem Material auf Reisen
- Behandlung der Computerausstattung auf Reisen
- Behandlung des Laptops auf Reisen und bei Hotelaufenthalten
Verschiedene Benutzer könnten verschiedene Ebenen und Arten von Zugang
benötigen, die Richtlinie kann daher entsprechend variieren.
Die Sicherheitsrichtlinie kann riesig werden und wichtige Informationen können
leicht vergessen werden. Die Richtlinie für die IT-Abteilung kann Informationen
enthalten, die gegenüber den normalen Benutzern als vertraulich gelten. Somit
ist es sinnvoll, sie in kleinere Richtlinien aufzuteilen: Richtlinie für
akzeptable Benutzung, Richtlinie für Passwörter, für E-Mail und für
Fernzugriff.
Beispiele für Richtlinien können beim
SANS Security Policy
Project gefunden werden. Wenn Sie ein kleines Netzwerk haben und diese
Richtlinie für zu groß halten, dann sollten Sie einen Blick auf das RFC2196 werfen, dass ein
Sicherheitshandbuch darstellt.
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