2010-03-15, Rev. 1.8IPv6 Leitfaden
Dieser Leitfaden erklärt, wie man auf einem Gentoo System IPv6-Unterstützung
einrichtet. Dies beinhaltet die Herstellung eines Tunnels mit einem Tunnel
Broker, grundlegende DNS-Konfiguration und die Konfiguration von Clients zur
Nutzung von IPv6-Adressen.
IPv6 Leitfaden
1.
Vorarbeiten
1.1 Grundlegende Kernel-Konfiguration
Jeder der erhältlichen 2.6 Kernel von Gentoo unterstützt IPv6 ohne Probleme.
Der neue USAGI IPv6 Stack ist seit Linux 2.6.0 in den Kernel integriert.
Befehlsauflistung
1.1: Einen Kernel emergen
# emerge gentoo-sources
Jetzt sind wir bereit, um im Kernel-Quellenverzeichnis mit der
eigentlichen Konfiguration zu beginnen.
Befehlsauflistung
1.2: Den Linux-Kernel konfigurieren
# cd /usr/src/linux
# make menuconfig
|
Dieser Befehl setzt voraus, dass der Symlink /usr/src/linux
auf den Kernel-Quellcode zeigt, den Sie benutzen wollen.
|
Befehlsauflistung
1.3: 'make menuconfig' Einstellungen
Device Drivers --->
Networking support --->
Networking options --->
<*> The IPv6 protocol (EXPERIMENTAL)
[*] Network device support
<*> Universal TUN/TAP device driver support
1.2 IPv6-Unterstützung testen
Nachdem Sie die empfohlenen Optionen aktiviert haben, kompilieren Sie
den Kernel neu und starten das System mit dem neuen IPv6-Kernel.
Wenn Sie nicht bereits iproute2 installiert haben, empfehlen wir Ihnen,
dies nun zu tun. iproute2 ist eine Gruppe von Programmen die ip, der
bekannte Ersatz für ifconfig, route, iptunnel und Andere.
Befehlsauflistung
2.4: iproute2 installieren
# emerge sys-apps/iproute2
|
Die Verwendung von ifconfig kann ziemliche Kopfschmerzen verursachen, wenn Sie
mehrere Tunnel-Geräte haben. Sie müssem diese dann in umgekehrter Reihenfolge
entfernen, das bedeutet, dass das zuletzt erstellte zuerst entfernt werden
muss. Sie wurden gewarnt!
|
Wenn IPv6 funktioniert, sollte das loopback-Gerät eine IPv6-Adresse anzeigen:
Befehlsauflistung
2.5: Die loopback-Schnittstelle überprüfen
# ip -6 addr show lo
1: lo: <LOOPBACK,UP> mtu 16436
inet6 ::1/128 scope host
valid_lft forever preferred_lft forever
Bevor wir nun weiterfahren, stellen Sie bitte sicher, dass Sie ipv6 in
Ihrer make.conf in die Liste von USE-Flags eingetragen haben. Zukünftige Pakete
werden dann bei der Installation IPv6-Unterstützung automatisch einbinden.
2.
Tunnel-Konfiguration
2.1 Grundlegende Konfiguration
Die meisten ISPs bieten immer noch keine native IPv6-Verbindungen an. Um
diese Einschränkung zu umgehen, gibt es rund um die Welt sogenannte "tunnel
broker", welche gratis IPv6-Tunnel zur Verfügung stellen. Dies erlaubt es
Ihnen, alle IPv6-Verbindungen durch eine IPv4-Verbindung zu "tunneln".
| Broker | Ort |
| Hurricane Electric |
US/Kanada |
| Freenet6 |
US |
| Sixxs |
Europa |
| Singnet |
Singapur |
| Aarnet |
Australien/Südpazifik |
Unten folgen Beispiele, um einen Tunnel mit zwei bekannten
nordamerikanischen Brokern, Hurricane Electric (trifft für non-heartbeat-Tunnel
von sixxs.net genauso zu) und Freenet6, einzurichen.
2.2 Hurricane Electric
Hurricane Electric (kurz HE) bietet gratis IPv6-Tunnel an und reserviert
einen /64-Block von Adressen für Sie. Zudem können Sie reversible DNS-
Einträge konfigurieren. Einen Tunnel von HE zu bekommen ist einfach: Gehen
Sie auf http://www.tunnelbroker.net und füllen Sie das einseitige
Formular aus.
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Die Registration erfordert die Angabe von Informationen wie Ihre Adresse
und Telefonnummer.
|
|
Tunnel von HE brauchen 24 Stunden bis sie aktiviert sind. Dies wird gemacht,
um einen Missbrauch des Angebotes zu verhindern.
|
Nachdem Sie einen Tunnel zugewiesen und einen /64-er Block bekommen haben,
können Sie Ihren Gentoo Rechner konfigurieren. HE bietet auch
Konfigurationsbeispiele basierend auf ifconfig und iproute. Die nächsten
zwei Beispiele gehen davon aus, dass Sie die folgende Konfiguration haben:
| Lokale IPv4 Adresse (eth0) |
68.36.91.195 |
| HE IPv4 Adresse |
64.71.128.82 |
| Lokale IPv6 Tunnel-Adresse |
2001:470:1F00:FFFF::189 |
| IPv6 Block |
2001:470:1F00:296::/64 |
Wenn Sie das iproute2-Paket und das ip-Kommando verwenden, würden Sie
das folgende tun:
Befehlsauflistung
2.1: Konfiguration eines IPv6-Tunnels
# ip tunnel add sixbone mode sit remote 64.71.128.82 local 68.36.91.195 ttl 64 dev eth0
# ip link set sixbone mtu 1280
# ip link set sixbone up
# ip addr add 2001:470:1F00:FFFF::189 dev sixbone
# ip route add 2000::/3 dev sixbone
2.3 Freenet6
Freenet6 ist ein anderer
Gratis-Tunnel-Broker. Die optionale Registration erfordert nur einen
Benutzernamen und eine gültige eMail-Adresse. Freenet6 hat sich entschieden, das
Tunnel-Management an eine Server/Client-Architektur zu delegieren und hierfür
den Client gateway6 entwickelt. Dieser ist in Portage enthalten. Um ihn
zu installieren, tun Sie Folgendes:
Befehlsauflistung
3.2: Installieren des Freenet6 Clients
# emerge gateway6
Falls Sie sich dazu entscheiden, mit Authentifzierung zu verbinden, müssen Sie
gateway6 durch das Editieren von /etc/gateway6/gw6c.conf
einrichten. Sie sollten nur die Felder userid und passwd an die
von Freenet6 zugewiesenen Einstellungen anpassen und den standardmäßigen
Gateway-Server ändern müssen. Unten ist eine Beispielkonfigurationsdatei.
Befehlsauflistung
3.3: gw6c.conf Beispiel
auth_method=any
userid=anonymous
passwd=foobar
template=linux
server=broker.freenet6.net
2.4 Ihre Verbindung testen
Nachdem nun Ihr Tunnel konfiguriert ist, können Sie die Verbindung testen.
Der einfachste Weg dafür ist, das ping6 Kommando zu benutzen und
zu versuchen, einen IPv6 Rechner zu pingen.
Befehlsauflistung
4.4: Die Verbindung testen
# emerge iputils
# ping6 www.kame.net
PING www.kame.net(orange.kame.net) 56 data bytes
64 bytes from orange.kame.net: icmp_seq=1 ttl=52 time=290 ms
64 bytes from orange.kame.net: icmp_seq=2 ttl=52 time=277 ms
64 bytes from orange.kame.net: icmp_seq=3 ttl=52 time=280 ms
64 bytes from orange.kame.net: icmp_seq=4 ttl=52 time=279 ms
64 bytes from orange.kame.net: icmp_seq=5 ttl=52 time=277 ms
--- www.kame.net ping statistics ---
5 packets transmitted, 5 received, 0% packet loss, time 4038ms
rtt min/avg/max/mdev = 277.040/281.041/290.046/4.699 ms
Es wird momentan daran gearbeitet, bessere IPv6-Unterstützung zu den
init-scripts hinzuzufügen. Wenn Sie den Status dieses Projektes wissen
möchten und/oder mithelfen wollen, schreiben sie eine eMail an
latexer@gentoo.org (in Englisch).
3.
IPv6-Unterstützung in Applikationen
3.1 Pakete neu emergen
Wenn Sie USE="ipv6" nicht schon vorher in Ihrer
/etc/make.conf hatten, müssen Sie möglicherweise einige Pakete neu
kompilieren, um diese IPv6-tauglich zu machen. Um eine Liste aller installierter
Pakete zu erhalten, welche von den USE-Flag Änderungen beeinflusst werden,
verwenden Sie Portages --newuse (-N) Option:
Befehlsauflistung
1.1: Kandidaten für eine Neuinstallation
# emerge -uDNav world
Wenn Sie viele USE Flags verändert haben, kann die Liste unter Umständen
sehr lang sein. Es empfiehlt sich Ihr System Up-to-date zu halten, es schadet
also nicht wenn Sie alle beeinflussten Pakete erneut kompilieren.
|
Einigen Pakete entdecken IPv6 Unterstützung automatisch und haben kein ipv6 USE
Flag. Folglich unterstützen nicht alle Pakete, die IPv6 unterstützen sollten,
IPv6, solange Sie während des Kompilieren keinen Kernel mit IPv6 Unterstützung
nutzen.
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3.2 Spezielle IPv6-Pakete
Es gibt ein paar Pakete, die speziell für IPv6 konzipiert wurden. Die
meisten finden Sie in /usr/portage/net-misc.
| Paket |
Beschreibung |
| net-misc/ipv6calc |
Wandelt eine IPv6-Adresse in ein komprimiertes Format um |
| net-misc/netcat6 |
Version von netcat, welche IPv6 und IPv4 unterstützt |
| dev-perl/Socket6 |
C socket.h Definitionen und Struktur-Manipulatoren für IPv6 |
4.
DNS einrichten
4.1 IPv6 und DNS
Äquivalent zu A-Einträgen für IPv4, benutzt IPv6 AAAA-Einträge im
DNS-System. (Dies weil der IPv4-Adressraum 2^32 groß ist, während IPv6
einen Adressraum von 2^128 hat). Für reverse DNS ist der INT-Standard
veraltet, aber der am besten unterstützte. ARPA ist der neueste Standard.
Unterstützung für das ARPA Format wird hier beschrieben.
4.2 BIND Konfiguration
Neuste Versionen von BIND haben ausgezeichnete IPv6-Unterstützung. Dieser
Abschnitt nimmt an, dass Sie grundsätzliche Kenntnisse über Konfiguration
und Nutzung von BIND haben. Wir gehen davon aus, dass Sie BIND nicht in
einem chroot laufen lassen. Wenn Sie chroot benutzen, müssen Sie den
folgenden Pfaden einfach Ihren chroot-Prefix voranstellen.
Als erstes müssen Sie Einträge für forward und reverse DNS-Zonen in
/etc/bind/named.conf eintragen.
Befehlsauflistung
2.1: named.conf Einträge
options {
[...]
listen-on-v6 { any; }
[...]
};
zone "ipv6-rules.com" IN {
type master;
file "pri/ipv6-rules.com";
};
zone "6.9.2.0.0.0.f.1.0.7.4.0.1.0.0.2.ip6.arpa" {
type master;
file "pri/rev-ipv6-rules.com.arpa";
};
Nun müssen wir die Zone-Dateien erstellen und Einträge für alle vier
Hosts erzeugen.
Befehlsauflistung
2.2: pri/ipv6-rules.com
$TTL 2h
@ IN SOA ipv6-rules.com. webmaster.ipv6-rules.com. (
2003052501 ; Serial
28800 ; Refresh
14400 ; Retry
3600000 ; Expire
86400 ) ; Minimum
NS ns1.ipv6-rules.com
IN AAAA 2001:470:1f00:296::1 ; address for ipv6-rules.com
host1 IN AAAA 2001:470:1f00:296::2 ; address for host1.ipv6-rules.com
host2 IN AAAA 2001:470:1f00:296::3:3 ; address for host2.ipv6-rules.com
Befehlsauflistung
2.3: pri/rev-ipv6-rules.com.arpa
$TTL 3d ; Default TTL (bind 8 braucht dies, bind 9 ignoriert es)
@ IN SOA ipv6-rules.com. webmaster.ipv6-rules.com. (
2003052501 ; Seriennummer (YYYYMMdd)
24h ; Erneuerungsdauer
30m ; Wiederholungsdauer
2d ; Ablaufszeit
3d ) ; Default TTL
IN NS ns1.ipv6-rules.com.
; IPv6 PTR Einträge
$ORIGIN 6.9.2.0.0.0.f.1.0.7.4.0.1.0.0.2.ip6.arpa.
1.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0 IN PTR ipv6-rules.com.
2.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0 IN PTR host1.ipv6-rules.com.
3.0.0.0.3.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0.0 IN PTR host2.ipv6-rules.com.
4.3 DJBDNS Konfiguration
Es gibt Patches von Drittanbietern, welche DJBDNS erlauben, einen IPv6
Namensserver zu betreiben. Die Patches finden Sie unter
http://www.fefe.de/dns/. Bei
der Installation von DJBDNS mit ipv6 in Ihrer USE-Variable werden diese
auch automatisch integriert.
|
Nicht alle DNS-Einträge werden von diesen Patches unterstützt. Speziell
NS- und MX-Einträge sind noch nicht unterstützt.
|
Befehlsauflistung
3.4: Installieren von djbdns
# emerge djbdns
Nachdem DJBDNS installiert wurde, können Sie die Konfiguration mit
tinydns-setup vornehmen. Dabei müssen Sie einige Fragen bezüglich
der IP-Adresse des Daemons, dem Installationsort, etc. beantworten.
Befehlsauflistung
3.5: Konfiguration von tinydns
# tinydns-setup
Wir gehen davon aus, dass tinydns nach /var/tinydns
installiert wurde und editieren nun die Datei
/var/tinydns/root/data. Diese Datei enthält alle
Informationen, die tinydns benötigt, um IPv6-Verbindungen zu handhaben.
Befehlsauflistung
3.6: data Beispiel
.ipv6-rules.com:192.168.0.1:a:259200
.6.9.2.0.0.0.f.1.0.7.4.0.1.0.0.2.ip6.arpa:192.168.0.1:a
6host1.ipv6-rules.com:200104701f0002960000000000000001:86400
6host2.ipv6-rules.com:200104701f0002960000000000000002:86400
3www.ipv6-rules.com:200104701f0002960000000000000002:86400
Zeilen mit einer vorangestellten 6 werden sowohl einen AAAA- als auch
einen PTR-Eintrag haben. Jene mit einer 3 zu Beginn werden nur einen
AAAA-Eintrag haben. Neben der manuellen Konfiguration der Datei
data, können Sie auch die Skripte add-host6 und
add-alias6 benutzen, um neue Einträge hinzuzufügen. Nachdem Sie
Änderungen an data vorgenommen haben, müssen Sie make
in /var/tinydns/root ausführen. Dies erzeugt die Datei
/var/tinydns/root/data.cfb, welche von tinydns als Quelle
für die DNS-Daten genutzt wird.
5.
IPv6 Router
5.1 Das Routing konfigurieren
Wenn wir unser System als Router für andere Computer benutzen und diese
mit IPv6 zur Außenwelt Kontakt haben wollen, müssen wir die Weiterleitung
von IPv6-Paketen aktivieren. Man kann dies auf zwei verschiedenen Wegen
machen.
Befehlsauflistung
1.1: Weiterleitung aktivieren
# echo 1 > /proc/sys/net/ipv6/conf/all/forwarding
oder
# sysctl -w net.ipv6.conf.all.forwarding=1
|
Das Initskript radvd, welches im nächsten Kapitel erläuter wird, aktiviert (und
deaktiviert) die Weiterleitung bereits, der nächste Schritt muss dann nicht
vorgenommen werden.
|
Um die Weiterleitung beim Booten zu aktivieren, müssen Sie
/etc/sysctl.conf editieren und folgende Linie hinzufügen.
Befehlsauflistung
1.2: Zusätzlicher sysctl.conf-Eintrag
net.ipv6.conf.default.forwarding=1
Der Verkehr sollte nun von diesem Computer durch den Tunnel an den
von uns konfigurierten Broker weitergeleitet werden.
Um Clients IPv6-Adressen zuzuweisen, erlaubt die IPv6-Spezifikation sowohl
statuslose (stateless) und statusbezogene (stateful) IP-Zuweisung. Statuslose
Zuweisung nutzt einen Methode namens "Router Bekanntmachung" (Router
Advertisment) und erlaubt Clients, eine IP und eine Route durch simples
Hochfahren einer Schnittstelle zu erhalten. Es wird "statuslos" genannt, weil
über die vergebenen IP-Adressen und den zugeordneten Hosts kein Protokoll
geführt wird. Statusbezogene Zuweisung wird von DHCPv6 betreut. Sie heißt
"statusbezogen", weil der Server den Status der Clients, die eine IP
bezogen haben, speichert.
5.2 Statuslose (stateless) Konfiguration
Statuslose Konfiguration ist mit dem Router Advertisment Daemon, kurz radvd,
folgendermassen zu realisieren.
Befehlsauflistung
2.3: radvd konfigurieren
# emerge radvd
Nachdem radvd emerged ist, müssen wir die Datei
/etc/radvd/radvd.conf erstellen, welche Informationen darüber
enthält, aus welchem IP-Block die IPs zu vergeben sind. Hier sehen Sie
eine Beispiel-radvd.conf. Sie nutzt den Prefix, den wir
vom Tunnel-Broker zugewiesen bekommen haben.
Befehlsauflistung
2.4: Beispiel radvd.conf
interface eth1
{
AdvSendAdvert on;
AdvLinkMTU 1280;
MaxRtrAdvInterval 300;
prefix 2001:470:1F00:296::/64
{
AdvOnLink on;
AdvAutonomous on;
};
};
|
Stellen Sie sicher, dass die Schnittstelle in der ersten Zeile korrekt ist und
Sie Ihre Router-Bekanntmachung an das Intranet versenden und nicht an Ihren
Provider !
|
Weitere Informationen sind in man radvd.conf enthalten. Wir können
nun radvd starten und ihn zusätzlich jeweils beim Booten starten lassen.
Befehlsauflistung
2.5: radvd starten
# /etc/init.d/radvd start
# rc-update add radvd default
5.3 Statusbezogene (stateful) Konfiguration
Wenn Sie eine statusbezogene Konfiguration möchten, müssen Sie DHCPv6
installieren und konfigurieren.
Befehlsauflistung
3.6: dhcpv6 installieren
# emerge dhcpv6
Als nächstes konfigurieren wir den DHCPv6-Server indem wir
/etc/dhcp6s.conf editieren.
Befehlsauflistung
3.7: Beispiel dhcp6s.conf
prefer-life-time 10000;
valid-life-time 20000;
renew-time 5000;
rebind-time 8000;
interface eth1 {
link AAA {
allow unicast;
send unicast;
allow rapid-commit;
send server-preference 5;
renew-time 1000;
rebind-time 2400;
prefer-life-time 2000;
valid-life-time 3000;
pool{
range 2001:470:1f00:296::10 to 2001:470:1f00:296::110/64;
prefix 2001:470:1f00:296::/64;
};
};
};
Nun können wir dhcp6s starten und so einrichten, dass er beim Booten
automatisch gestartet wird.
Befehlsauflistung
3.8: dhcp6s starten
# /etc/init.d/dhcp6s start
# rc-update add dhcp6s default
6.
IPv6 Clients
6.1 Mittels radvd
Clients hinter dem Router sollten die Möglichkeit haben, Verbindungen
zum Rest des Netzes mit IPv6 herzustellen. Wenn Sie radvd benutzen, sollte
die Host-Konfiguration so einfach sein wie eine Schnittstelle hochzufahren.
(Dies wird möglicherweise schon durch ein net.ethX Init-Skript erledigt).
Befehlsauflistung
1.1: Verbinden über IPv6
# ifconfig eth0 up
# ifconfig eth0
# ip link set eth0 up
# ip addr show eth0
1: eth0: <BROADCAST,MULTICAST,UP> mtu 1400 qdisc pfifo_fast qlen 1000
link/ether 00:01:03:2f:27:89 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
inet6 2001:470:1f00:296:209:6bff:fe06:b7b4/128 scope global
valid_lft forever preferred_lft forever
inet6 fe80::209:6bff:fe06:b7b4/64 scope link
valid_lft forever preferred_lft forever
inet6 ff02::1/128 scope global
valid_lft forever preferred_lft forever
6.2 Mittels DHCPv6
Wenn Ihr Router mit DHCPv6 konfiguriert ist, müssen die Clients das dhcpv6
Paket ebenfalls installiert haben. Nachdem dies erledigt ist, müssen Sie
die Clients konfigurieren indem sie die Datei /etc/dhcp6c.conf
anpassen.
Befehlsauflistung
2.2: Beispiel dhcp6c.conf
interface eth0 {
send rapid-commit;
request domain-name-servers;
iaid 11111;
renew-time 11000;
};
7.
6to4-Umwandlung benutzen
7.1 Funktionsweise
6to4-Umwandlung kann benutzt werden, wenn Sie Hosts haben, welche
mit IPv4-Computern über eine reine IPv6-Verbindung kommunizieren wollen.
Mit anderen Worten: Sie haben ein reines internes IPv6-Netzwerk und einen
Computer, welcher IPv4/IPv6-Verbindungen zur Außenwelt herstellt.
7.2 DNS-Konfiguration
Um die 6to4-Umwandlung zum Laufen zu bringen, müssen Sie den DNS-Proxy
totd konfigurieren, welcher AAAA-Einträge für Seiten erstellt,
die nur A-Einträge haben. Die AAAA-Einträge zeigen dann auf IPv6-Adressen,
die nicht wirklich existieren, aber dann durch den 6to4-Proxy geroutet werden.
Da totd immer noch für weitere Tests mit ~x86 maskiert ist,
müssen Sie das Paket demaskieren, indem Sie folgende Zeile in Ihre
/etc/portage/package.keywords Datei einfügen (siehe dazu
"man portage" für weitere Informationen über diese Datei.
Befehlsauflistung
2.1: Dauerhaftes Demaskieren von totd in package.keywords
net-misc/totd ~x86
Anschließend starten Sie emerge:
Befehlsauflistung
2.2: totd installieren
# emerge totd
Als nächstes müssen wir /etc/totd.conf mit einigen
Basis-Informationen versehen.
Befehlsauflistung
2.3: Beispiel /etc/totd.conf
forwarder 192.168.0.2 port 53
prefix 3ffe:abcd:1234:9876::
port 5005
pidfile /var/run/totd.pid
stf
|
totd muss auf einem anderen Port als 53 laufen, wenn ein anderer
Namensserver auf derselben Maschine läuft.
|
7.3 6to4-Proxy
Wir benutzen ptrtd als 6to4-Proxy, welcher die Verbindungen zwischen
internen IPv6-Hosts und externen IPv4-Hosts herstellt.
Befehlsauflistung
3.4: ptrtd installieren
# emerge ptrtd
Wir müssen nun ptrtd konfigurieren und ihm sagen, für welchen Prefix
er Proxy-Verbindungen erstellen soll. Editieren Sie
/etc/conf.d/ptrtd und setzen Sie den IPV6_PREFIX. Dies
sollte derselbe Prefix sein wie jener in der totd-Konfiguration.
Befehlsauflistung
3.5: Beispiel /etc/ptrtd.conf
IPV6_PREFIX="3ffe:abcd:1234:9876::"
Sie können nun totd starten und aktivieren, dass er beim Booten jeweils
gestartet wird.
Befehlsauflistung
3.6: totd starten
# /etc/init.d/totd start
# rc-update add totd default
7.4 Clients konfigurieren und testen
Nun können die Clients konfiguriert werden, damit diese sowohl zu IPv4- als
auch zu IPv6-Hosts Verbindungen über eine IPv6-Verbindung herstellen
können. Wir gehen davon aus, dass die Clients schon eine IP-Adresse von
radvd erhalten haben. Jetzt können wir einfach einen neuen DNS-Eintrag
und die default-Route für die "falschen Adressen" erstellen. Zuerst
fügen Sie zuoberst in die /etc/resolv.conf einen Eintrag
ein, welcher auf die Maschine zeigt auf der totd läuft.
Befehlsauflistung
4.7: Beispiel /etc/resolv.conf
nameserver 2001:470:1f00:296::1
Um die Namensauflösung zu testen, fordern Sie einen AAAA-Eintrag für
eine Seite an, welche nur IPv4 kann.
Befehlsauflistung
4.8: Namensauflösung testen
# dig aaaa google.com
;; ANSWER SECTION:
google.com. 300 IN AAAA 3ffe:abcd:1234:9876::d8ef:3364
google.com. 300 IN AAAA 3ffe:abcd:1234:9876::d8ef:3564
Nun fügen wir eine default-Route für alle Adressen mit unserem falschen Prefix
hinzu.
Befehlsauflistung
4.9: Die Standard-Route hinzufügen
# ip route add 3ffe:abcd:1234:9876::/64 via 2001:470:1f00:296::1 dev eth0
Schließlich verwenden Sie ping6 um google.com an seine gefälschte
IPv6-Adresse anzupingen.
Befehlsauflistung
4.10: 6to4 testen
# ping6 -c 2 google.com
PING 3ffe:abcd:1234:9876::d8ef:3364(3ffe:abcd:1234:9876::d8ef:3364) 56 data bytes
64 bytes from 3ffe:abcd:1234:9876::d8ef:3364: icmp_seq=1 ttl=255 time=0.106 ms
64 bytes from 3ffe:abcd:1234:9876::d8ef:3364: icmp_seq=2 ttl=255 time=0.090 ms
--- 3ffe:abcd:1234:9876::d8ef:3364 ping statistics ---
2 packets transmitted, 2 received, 0% packet loss, time 1000ms
rtt min/avg/max/mdev = 0.090/0.098/0.106/0.008 ms
|
Eigentlich antwortet der Router auf dem ptrtd installiert wurde, aber
die Antwort sagt uns wenigstens, dass die Dinge richtig laufen.
|
8.
Weitere Dokumentationen
Es gibt viele ausgezeichnete Online-Ressourcen, die sich mit IPv6 beschäftigen.
| Website |
Beschreibung |
| www.ipv6.org |
Generelle IPv6-Informationen |
| www.linux-ipv6.org/ |
USAGI Projekt |
| www.deepspace6.net |
Linux/IPv6-Seite |
| www.kame.net |
*BSD Implementation |
Im IRC, können Sie #ipv6 im Freenode-Netzwerk probieren. Sie können
mit einem IPv6-fähigen Client zu den Freenode-Servern auch unter
irc.ipv6.freenode.net verbinden.
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